Einmal Nachwuchs haben?

 

 

 

Viele Kaninchenhalter verspüren den Wunsch,

einmal Jungtiere zu haben.

Das ist durchaus verständlich, junge Kaninchen sind besonders niedlich und es ist sicher eine interessante Erfahrung,

Babys aufwachsen zu sehen.

Auch der Wunsch nach "Ablegern" des Lieblingskaninchens ist nachvollziehbar.

Trotzdem sollte jeder Tierhalter dringend davon Abstand nehmen, unkastrierte Rammler einfach zum Weibchen zu setzen oder gar ein Kaninchenpärchen dauerhaft unkastriert zusammen zu halten.

 

Meist ist es nicht möglich,

den Nachwuchs zu behalten, wenn daraus große Kaninchen geworden sind.

 

Tierheime quellen über vor solchen niedlichen Mischlingen und selbst Zoofachgeschäfte nehmen nicht gern jedes Kaninchen ab,

welches unüberlegt produziert wurde.

 

Schwangerschaft und Geburt bergen viele Risiken,

nicht selten verlieren Halter ihre geliebte Kaninchendame bei dem missglückten Versuch mit ihr zu "züchten".

Grundsätzlich sollten Kaninchenhalter mit ihren Tieren nicht herum experimentieren.

Es ist absolut nicht ratsam, Kaninchen einfach nach Schönheit und persönlichem Gutdünken zusammen zu setzen,

um zu schauen,

was da wohl für Babys heraus kommen.

 

Gerade die oft als Heimtiere gehaltenen Mischlinge vererben häufig Krankheiten oder passen genetisch gar nicht zusammen,

das Ergebnis solcher Versuche sind Kaninchen mit angeborenen Fehlern,

wie Zahnfehlstellungen und anderen gesundheitlichen Problemen


Bauchfell von der Häsin

Die Tragzeit beträgt ca. 28 - 33 Tage und ist je nach Rasse schwankend.

Kaninchenmütter haben einen erhöhten Eiweiß- Mineral- und Vitaminbedarf. Geben Sie eine abwechslungsreiche Kost mit viel Grünfutter vor allem Wiesengrün, Gräser, frische Kräuter.

Führen Sie regelmäßg einen Kaninchen Tüv durch.

Drücken Sie dabei aber auf keinen Fall stärker auf den Bauch,

heben Sie das Weibchen bitte nicht hoch.

Bei Krankheitszeichen suchen Sie sofort den Tierarzt auf.

Umzug und Wechsel der Käfiggenossen sollte während der Schwangerschaft vermieden werden, Stress kann zu Fehl- und Frühgeburten führen.

Manche Kaninchenweibchen bleiben bei der Schwangerschaft und Geburt lieber allein.

Stellen Sie dem Weibchen eine extra große Wurfkiste in das Gehege

(ein sehr großes Haus, mindestens 40 x 40 cm es sollte hoch genug sein damit die Häsin sitzen kann),

idealerweise hat diese Wurfkiste einen abnehmbaren oder aufklappbaren Deckel, so können Sie das Nest kontrollieren,

ohne es durch Anheben des Hauses zu zerstören.

Hat die Häsin schon ein Wurfnest gebaut, sollte dieses aber auf keinen Fall entfernt werden.

Geben Sie viel Nistmaterial in den Käfig (Heu, Stroh, Einstreu).

Einige Zeit vor der Geburt rupft sich die Häsin Bauchwolle (das Bauchfell) aus und polstert damit das Nest dick aus.

Die Geburt findet meist in der Nacht oder am Morgen statt.

Die Jungen werden von der Mutter in Empfang genommen und abgenabelt, danach wird jedes Baby sofort von der Eihaut befreit und trocken geleckt.

Das kräftige Ablecken der Jungen hat mehrere Gründe:

  • Die Jungen werden so gesäubert.
  • Die Blutzirkulation wird angeregt und der Kreislauf wird so erst richtig in Gang gebracht.
  • Mutter und Kind stellen so eine Bindung her und die Mutter nimmt den Geruch des Jungen auf.

Die Eihaut sowie die Nachgeburt werden von der Mutter gefressen. Kontrollieren Sie einige Stunden nach der Geburt das Nest,

Totgeburten und unverzehrte Nachgeburten sollten entfernt,

stark blutverschmierte Einstreu sollte ausgewechselt werden.

Es können zwischen 4 und 10 Welpen geboren werden,

mitunter sind es auch weniger.

Im Durchschnitt werden 5 - 6 Jungen geboren.

Das Gewicht der Neugeborenen hängt sehr stark von der Rasse der Elterntiere ab,

es können von daher keine Durchschnittswerte angegeben werden.

 

Die Jungen sind Nesthocker,

ihre Augen sind noch geschlossen und auch der Fellwuchs ist eher spärlich  (man spricht davon, dass sie nackt zur Welt kommen -

so sieht es zumindest aus).

 

Die Babys haben der Kälte um sie herum nichts entgegen zusetzen, sie werden nur durch das dick gepolsterte Nest geschützt und wärmen sich gegenseitig

 

 

Wichtig !!

 

 

 


Sorgen Sie sich nicht, wenn die Häsin sich scheinbar

nicht um ihre Jungen kümmert!

In freier Wildbahn werden Kaninchenbabys nur einmal am Tag gesäugt,

die Mutter verlässt das Nest und verschließt den unterirdischen Bau -

so versucht sie ihre Jungen vor Fressfeinden zu schützen.

 

Die Kaninchenmilch ist sehr reichhaltig und hält 24 Stunden vor.

Nur selten säugt ein Weibchen die Jungen direkt nach der Geburt,

meist werden die Babys am nächsten Tag bzw in der nächsten Nacht gesäugt.

 

Kaninchenmütter suchen meist Nachts oder in den frühen Morgenstunden ihr Nest auf um die Jungen zu säugen,

nach dem säugen leckt sie den Babys kräftig den Bauch um die Verdauung und den Kreislauf anzukurbeln und auch um Kot aufzunehmen und so das Nest sauber zu halten.

 

Falls Sie unsicher sind,

ob die Mutter ihren Pflichen nachkommt,

kontrollieren Sie in den Morgenstunden das Nest,

die Jungen sollten dick gefüllte Bäuche haben und warm und sauber

geleckt sein.

 

Bei Jungen oder unerfahrenen Müttern Ist dies mitunter nicht der Fall, dann müssen Sie die Jungen aufziehen.

Eine genaue Anleitung für die Handaufzucht von Kaninchenbabys finden Sie hier Handaufzucht von Kaninchen,

Ein Rezept für Kaninchenersatzmilch finden Sie hier: Zusammensetzung der Kaninchenmilch und Ersatzmilch.

Versuchen Sie aber auch in dem Fall, ob die Mutter die Babys nicht doch annimmt und setzen Sie die Babys öfter an


Entwicklung der Jungen

  • Bis zum 3. Lebenstag sind die Jungen völlig nackt, am 3. Tag treten erste Haarspitzen aus der Haut hervor.
  • Nach 10 - 12 Tagen öffnen die Jungen ihre Augen und auch das Fellkleid ist voll ausgebildet.
  • Ab der ca 3.-5. Lebenswoche verlassen die Tiere das Nest und machen selbstständige Ausflüge in die Umgebung und spielen mit ihren Geschwistern.
  • Auch fangen sie nun an feste Nahrung zu sich zu nehmen und nagen an den überall liegenden Heuhalmen, sie verringern nun deutlich die Milchaufnahme.
  • Ab der 6. - 7. Lebenswoche sind sie völlig selbstständig aber sie werden noch von der Mutter gesäugt
  • Ab der 8.Lebenswoche dürfen die Babys ins neue zu Hause einziehen !!
  • Manche Häsinnen haben solange Milch bis die Kleinen nicht mehr trinken. Es kann also auch passieren, falls man den Wurf bzw. die Töchter bei der Mutter lässt, dass die "kleinen" auch noch mit 4-5 Monaten gesäugt werden.